Kerzen - aber sicher!

Kerzen - aber sicher!

Offenes Feuer in der Weihnachtszeit - aber sicher! Kerzen sorgen sofort für eine gemütliche Stimmung. Wir haben dazu mit einem Brandexperten gesprochen.

Oh du Schreck, der Christbaum brennt!

In keiner Zeit des Jahres ist die Brandgefahr so hoch wie in der Advent- und Weihnachtszeit. Kerzen und Lichter gehören zu dieser besinnlichen Zeit des Jahres dazu, vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit und Wärme. Kerzen und Lichterketten bergen jedoch eine Gefahr. Wir haben mit Brandschutzexperten Helmut Prader gesprochen. Er erklärt uns was Sie beachten müssen, damit die ruhige Zeit des Jahres auch wirklich ruhig für Sie wird und nicht durch einen Besuch der Feuerwehr lautstark unterbrochen wird.

Ein Interview mit dem Brandschutzexperten Helmut Prader

Was sind die Ursachen für zahlreiche Wohnungsbrände in der Advent- und Weihnachtszeit?

Die Ursachen sind der unvorsichtige Umgang beim Anzünden von Kerzen oder Sternspritzern auf zu ausgetrockneten Adventkränzen oder Christbäumen. Viel zu oft wird die Temperatur von Kerzenflammen unterschätzt. Die heißesten Bereiche liegen außerhalb der gelbleuchtenden Flamme und entwickeln Temperaturen von 600 bis 800 Grad Celsius. Diese sehr hohen Temperaturen können durch die Strahlungswärme Gegenstände auch noch im Abstand von mehreren Zentimetern entzünden. Ein ausgetrockneter Adventkranz oder Weihnachtsbaum kann innerhalb von Sekunden in Flammen stehen.

Wie können diese Brände verhindert werden?

  • Den Christbaum sollte man an einem kühlen Ort lagern, bevor man ihn in der Wohnung aufstellt. Das kann z. B. der Balkon oder Garten sein.
  • Den Christbaum sollte man nicht in der Nähe der Heizung aufstellen.
  • Den Christbaum sollte man so aufstellen, dass im Falle eines Brandes das rasche Verlassen des Raumes ungehindert möglich ist.
  • Auf die Kipp- und Standfestigkeit achten: einen zur Größe passenden und eventuell mit Wasser gefüllten Christbaumständer verwenden.
  • Zwischen Kerzen und brennbaren Gegenständen muss ein Mindestabstand von 50 Zentimetern eingehalten werden.
  • Die Kerzen immer von oben nach unten anzünden und von unten nach oben ablöschen.
  • Brennende Kerzen im Auge behalten und diese löschen, sobald man den Raum verlässt.
  • Der einfachste Schutz vor einem Brand durch vergessene Kerzen oder ausgetrocknete Christbäume ist der Verzicht auf Kerzen.
  • Mit LED-Lichtern beleuchtete Kerzen sind häufig kaum vom echten Kerzenlicht zu unterscheiden. Es gibt mittlerweile auch Echtwachskerzen mit dem LED-Licht – auch in abgestuften Höhen etwa für den Adventskranz. Nur entsprechende sicherheitsgeprüfte elektrische Kerzen oder Lichterketten aus dem Fachhandel verwenden.
  • Rauchwarnmelder in der Wohnung warnen durch ihr Piepen, wenn es unbemerkt zu brennen beginnt.
  • Immer einen Feuerlöscher bzw. Eimer mit Wasser in der Nähe bereithalten.

Bleiben Sie also immer wachsam, wenn Feuer im Spiel ist. 

Wenn es mal trotzdem brennen sollte. Was muss ich tun?

Im Falle des Falles – Ruhe bewahren – und den Notruf 122 wählen. Mit Wasser oder Feuerlöscher löschen, aber dabei kein Risiko eingehen. Wenn der Löschversuch misslingt:

  • die Feuerwehr alarmieren,
  • den Raum – die Wohnung – das Haus sofort verlassen,
  • Türen zum Brandraum schließen,
  • Mitbewohner bzw. Nachbarn warnen.

 

Wir danken dem Brandschutzexperten Helmut Prader und wünschen allseits ein sicheres und besinnliches Weihnachten. 

 

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